logo3.gif (24002 Byte) BURKHARD STIEGLITZ

Vorsitzender der Bürgerinitiative

"Rettet die Schwebebahn!" e.V.

Krautsberg 5

42275 Wuppertal

Tel. 0202- 550998 Fax 558494

Wuppertal, 11.07.1997

An den

Oberbürgermeister der Stadt Wuppertal

Ressort 101.21

Rathaus

Wegener Str. 7

42275 Wuppertal

Persönlich überreicht an Herrn Müller, Zimmer 312

Zur Weiterleitung an die Bezirksregierung

Betrifft: Bedenken und Anregungen zum Planfestellungsverfahren zur Änderung der Trasse der Schwebebahn-Tragkonstruktion im Bereich der Stützen 96-102 (Offenlegung).

Aktenzeichen: 53.50-14/04-97 U.1.4.97

Sehr geehrte Damen und Herren!

Ich erhebe gegen das Bauprojekt folgende Einwände:

1. Einwand bezüglich des Immissionsschutzgesetzes.

Bei der geplanten zu ändernden Streckenführung handelt es sich um den Neubau eines Schwebebahnteilstückes. Bei Neubauten gelten die neuen gesetzlichen Bestimmungen hinsichtlich der zulässigen Grenzwerte für Geräuschimmissionen. Die zulässigen Werte bezüglich des Lärmschutzes sind sowohl tagsüber wie auch in den Abendstunden einzuhalten. Daneben stellt sich die Frage, ob die Methoden der Schalldämmung, die auf der Teststrecke zwischen dem Bahnhof Pestalozzistr. und Robert-Daum-Platz zur Anwendung kamen, ausreichen und sich auf die Neubaustrecke übertragen lassen. Die Einhaltung der Immissionswerte ist um so wichtiger, als künftig mit höheren Geschwindigkeiten gefahren werden soll.

2. Einwand bezüglich des Denkmalschutzgesetzes

Die Schwebebahn steht seit den Ratsbeschlüssen vom 26. Mai und 2. Juni 1997 als Ganze unter Denkmalschutz. Als Begründung für die Streckenbegradigung wird von den Stadtwerken stets vorgebracht, die traditionellen Langsamfahrstrecken müßten statt wie bisher mit 40 km/h mit 60 km/h durchfahren werden können. Diese Begründung brachte der für die Schwebebahn Verantwortliche, Herr Günther Beyen, noch im Juni während einer Veranstaltung der CDU in Vohwinkel (im Restaurant Amadeo) als Argument vor. Unter Punkt 2.9 im "Erläuterungsbericht zur Änderung der Trasse der Schwebebahn-Tragkonstruktion im Bereich der Stützen 96-102" wird ebenfalls die Erhöhung der Fahrtgeschwindigkeit als Grund für den Neubau angegeben. Gemäß §8 Abs. 1 des Denkmalschutzgesetzes NRW sind "Baudenkmäler so zu nutzen, daß die Erhaltung der Substanz auf Dauer gewährleistet ist". Eine Geschwindigkeitserhöhung ist gemäß dem Denkmalschutzgesetz also keineswegs erlaubt, wenn die Statik des Gerüstes dieses nicht zulassen würde. Es ist den Stadtwerken zuzumuten, daß sie auch künftig die Schwebebahn auf 158 Metern mit 40 km/h fahren läßt, wenn dies denn tatsächlich wegen der mangelhaften Statik zwingend erforderlich wäre.

3. Einwand bezüglich Steuergeldverschwendung

Die Änderung der Trasse stellt eine einzigartige Steuerverschwendung dar. Mehrfach wurde der Übergang von der Wasser- zur Landstrecke umgestaltet. Zuletzt erforderte die Verlegung der Sonnborner Straße im Jahre 1971 eine größere Stützweite der Rahmen 98, 99 und 100. "Die neuen Portale, geschweißte Hohlkastenkonstruktionen, wurden während des Betriebes oberhalb der vorhandenen montiert und anschließend die brückentragenden Jochriegel umgebunden."(zitiert nach "Wuppertaler Schwebebahn - Geschichte Technik - Kultur" Das Buch der Wuppertaler Stadtwerke AG von 1991 S. 82) In den 70er Jahren wurde die betreffende Teilstrecke im Zuge von Straßenerweiterungen mit modernen Pfeilern umfangreich verstärkt. Die Statik des Gerüstes stammt also nicht aus der Zeit des Schwebebahnbaus. Es ist gutachterlich nachzuweisen, ob die Statik des Schwebebahngerüstes nicht bereits heute eine Geschwindigkeit von 60 km/h zuläßt, da in den 70er Jahren eine neue Fahrzeuggeneration mit einer schnellerer Beschleunigung und Bremsung angeschafft wurde. Es ist kaum anzunehmen, daß die damalige WSW-Führung Pfeiler gebaut hat, die einen Langsamfahrbetrieb auf dieser Kurve erzwungen hätte. Der Abriß eines erst kürzlich erneuerten voll funktionsfähigen und statisch voll belastbaren Gerüstes in dieser Kurve stellt Haushaltsuntreue dar. Nach Angaben von Herrn Beyen soll allein dieses kurze Stück über 9 Millionen DM kosten. Diese Baumaßnahme soll erfolgen, damit auf einem Streckenabschnitt von 160 Metern statt mit 40 mit 60 Stundenkilometern gefahren werden kann. 160 Meter durchfährt man mit 40 km/h in 14,4 Sekunden, mit 60 km/h in 9,6 Sekunden. Man spart damit also 4, 8 Sekunden Fahrtzeit. Und dafür soll der Steuerzahler 9 Mio DM zahlen?

Vorsorglich weise ich darauf hin, daß es sich bei dem gesamten Schwebebahnprojekt um einen Neubau des Gerüstes und aller daran hängenden Bahnhöfe handelt. Es sind also auch hierbei die neuen Bestimmungen über die Geräuschimmission einzuhalten.

Hochachtungsvoll

 

Burkhard Stieglitz

Vorsitzender der Bürgerinitiative

"Rettet die Schwebebahn!" e.V.

Als Anlagen füge ich bei:

 


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BURKHARD STIEGLITZ

Vorsitzender der Bürgerinitiative

"Rettet die Schwebebahn!" e.V.

Krautsberg 5

42275 Wuppertal

Tel. 0202- 550998 Fax 558494

Wuppertal, 11.07.1997

An die

Bezirksregierung Düsseldorf

Dezernat 53

Postf. 300865

40408 Düsseldorf

Einschreiben/Rückschein

Betrifft: Bedenken und Anregungen zum Planfestellungsverfahren für die Änderung der Trasse der Schwebebahn-Tragkonstruktion im Bereich der Stützen 96-102

Aktenzeichen: 53.50-14/04-97 U.1.4.97

 

Sehr geehrte Damen und Herren!

Ich erhebe gegen das Bauprojekt folgende Einwände:

  1. Einwand bezüglich des Immissionsschutzgesetzes.

Bei der geplanten zu ändernden Streckenführung handelt es sich um den Neubau eines Schwebebahnteilstückes. Bei Neubauten gelten die neuen gesetzlichen Bestimmungen hinsichtlich der zulässigen Grenzwerte für Geräuschimmissionen. Die zulässigen Werte bezüglich des Lärmschutzes sind sowohl tagsüber wie auch in den Abendstunden einzuhalten. Daneben stellt sich die Frage, ob die Methoden der Schalldämmung, die auf der Teststrecke zwischen dem Bahnhof Pestalozzistr. und Robert-Daum-Platz zur Anwendung kamen, ausreichen und sich auf die Neubaustrecke übertragen lassen. Die Einhaltung der Immissionswerte ist um so wichtiger, als künftig mit höheren Geschwindigkeiten gefahren werden soll.

2. Einwand bezüglich des Denkmalschutzgesetzes

Die Schwebebahn steht seit den Ratsbeschlüssen vom 26. Mai und 2. Juni 1997 als Ganze unter Denkmalschutz. Als Begründung für die Streckenbegradigung wird von den Stadtwerken stets vorgebracht, die traditionellen Langsamfahrstrecken müßten statt wie bisher mit 40 km/h mit 60 km/h durchfahren werden können. Diese Begründung brachte der für die Schwebebahn Verantwortliche, Herr Günther Beyen, noch im Juni während einer Veranstaltung der CDU in Vohwinkel (im Restaurant Amadeo) als Argument vor. Unter Punkt 2.9 im "Erläuterungsbericht zur Änderung der Trasse der Schwebebahn-Tragkonstruktion im Bereich der Stützen 96-102" wird ebenfalls die Erhöhung der Fahrtgeschwindigkeit als Grund für den Neubau angegeben. Gemäß §8 Abs. 1 des Denkmalschutzgesetzes NRW sind "Baudenkmäler so zu nutzen, daß die Erhaltung der Substanz auf Dauer gewährleistet ist". Eine Geschwindigkeitserhöhung ist gemäß dem Denkmalschutzgesetz also keineswegs erlaubt, wenn die Statik des Gerüstes dieses nicht zulassen würde. Es ist den Stadtwerken zuzumuten auf 158 Metern auch künftig mit 40 km/h zu fahren, wenn dies denn tatsächlich wegen der mangelhaften Statik zwingend erforderlich wäre.

3. Einwand bezüglich Steuergeldverschwendung

Die Änderung der Trasse stellt eine einzigartige Steuerverschwendung dar. Mehrfach wurde der Übergang von der Wasser- zur Landstrecke umgestaltet. Zuletzt erforderte die Verlegung der Sonnborner Straße im Jahre 1971 eine größere Stützweite der Rahmen 98, 99 und 100. "Die neuen Portale, geschweißte Hohlkastenkonstruktionen, wurden während des Betriebes oberhalb der vorhandenen montiert und anschließend die brückentragenden Jochriegel umgebunden."(zitiert nach "Wuppertaler Schwebebahn - Geschichte Technik - Kultur" Das Buch der Wuppertaler Stadtwerke AG von 1991 S. 82) In den 70er Jahren wurde die betreffende Teilstrecke im Zuge von Straßenerweiterungen mit modernen Pfeilern umfangreich verstärkt. Die Statik des Gerüstes stammt also nicht aus der Zeit des Schwebebahnbaus. Es ist gutachterlich nachzuweisen, ob die Statik des Schwebebahngerüstes nicht bereits heute eine Geschwindigkeit von 60 km/h zuläßt, da in den 70er Jahren eine neue Fahrzeuggeneration mit einer schnellerer Beschleunigung und Bremsung angeschafft wurde. Es ist kaum anzunehmen, daß die damalige WSW-Führung Pfeiler gebaut hat, die einen Langsamfahrbetrieb auf dieser Kurve erzwungen hätte. Der Abriß eines erst kürzlich erneuerten voll funktionsfähigen und statisch voll belastbaren Gerüstes in dieser Kurve stellt Haushaltsuntreue dar. Nach Angaben von Herrn Beyen soll allein dieses kurze Stück über 9 Millionen DM kosten. Diese Baumaßnahme soll erfolgen um auf 160 Metern statt mit 40 mit 60 Stundenkilometern fahren zu können. 160 Meter durchfährt man mit 40 km/h in 14,4 Sekunden, mit 60 km/h in 9,6 Sekunden. Man spart damit also 4, 8 Sekunden Fahrtzeit. Und dafür soll der Steuerzahler 9 Mio DM zahlen?

Vorsorglich weise ich darauf hin, daß es sich bei dem gesamten Schwebebahnprojekt um einen Neubau des Gerüstes und aller daran hängenden Bahnhöfe handelt. Es sind also auch hierbei die neuen Bestimmungen über die Geräuschimmission einzuhalten.

Hochachtungsvoll

 

Burkhard Stieglitz

Vorsitzender der Bürgerinitiative

"Rettet die Schwebebahn!" e.V.

 

Als Anlagen füge ich bei: