logo3.gif (24002 Byte) BURKHARD STIEGLITZ
Vorsitzender der Bürgerinitiative
"Rettet die Schwebebahn!" e.V.
Krautsberg 5
42275 Wuppertal
Tel. 0202- 550998 Fax 558494
Wuppertal, 20.10.1998

Einschreiben/Rückschein

An den WDR
Westpol-Sparkommission
Stromstraße 24
40221 Düsseldorf

Sehr geehrte Damen und Herren!

Sie haben die Bevölkerung erneut aufgefordert, der WDR-Sendung WESTPOL Hinweise auf Steuergeldverschwendung zu geben. Unsere Bürgerinitiative fordert seit Anfang 1997 die Stadt Wuppertal und die Stadtwerke auf, die Gutachten offenzulegen, wonach der Abriß und Neubau der Schwebebahn tatsächlich aus sicherheitstechnischen Gründen erforderlich sein soll. Wir haben bereits damals alle Ratsmitglieder darauf aufmerksam gemacht, daß die Schwebebahn in den 80er Jahren für 37 Millionen DM renoviert und statisch verstärkt wurde Zeitungsartikel vom 13.12.1998. Es gibt umfassende Gutachten zum 75jährigen Jubiläum der Bahn aus den 70er Jahren, wonach das Gerüst nochmals 75 Jahren halten könne. Auf diese Hinweise, die mit Zeitungsartikeln und Ansprachen aus den 70er Jahren belegt wurden, antwortete nicht ein einziges Ratsmitglied auch nur mit einer Zeile.

Seitdem ist in dieser Stadt ein nicht vorstellbares Ausmaß der Korruption sichtbar und staatsanwaltschaftlich festgestellt worden. Es erscheint uns auch aus diesem Grund geradezu als eine Zumutung, daß bis heute die Gutachten unter Verschluß bleiben. Man verlangt Vertrauen, wo dringend Kontrolle zu fordern ist.

Beiliegendes Informationsmaterial zu unseren Dienstaufsichtsbeschwerden gegen den Landeskonservator und den Leiter der Technischen Aufsichtsbehörde der Bezirksregierung Düsseldorf zeigt, daß wir uns als überparteiliche Bürgerinitiative nicht abwimmeln lassen. Wir sehen uns durch neueste Informationen in unserem Vorwurf bestätigt, daß hier Subventionsmilliarden vergeudet werden. Die bei weitem wirtschaftlichste Lösung, durch die noch dazu ein kulturelles Welterbe der Menschheit erhalten bliebe, wird verhindert. Das Gerüst hätte abgestrahlt und neu gestrichen werden können. Das wäre aber nicht subventioniert worden - so wurde es jedenfalls in der Öffentlichkeit von den Stadtwerken verbreitet. Ein Neubau wird dagegen mit 90% Landesmitteln subventioniert. Dabei täuschen die Stadtwerke vor, man könne für 500 Millionen eine neue Schwebebahn erhalten, obwohl schon in den 80er Jahren die Bahn auf Neuwerte für 1000 Millionen versichert wurde.

Es müßte doch die Pflicht der regionalen Medien sein, sich der Forderung der Bürgerinitiative "Rettet die Schwebebahn!" e.V. und des Bundes der Steuerzahler und des und des Petitionsausschusses des Landtages von NRW nach Offenlegung und Prüfung der Gutachten anzuschließen. Ist das wirklich schon zuviel verlangt? Wir fühlen uns als Wuppertaler einer korrupten politischen Seilschaft ausgeliefert, die in dieser Stadt irreversible Schäden anrichtet. Es ist doch schon ein Skandal für sich, daß angeblich nicht einmal der Petitionsausschuß des Landtages oder der Bund der Steuerzahler die Offenlegung veranlassen kann!

Beiliegend Schriften und Flugblätter unserer Initiative. Bitte bestätigen Sie uns den Empfang der Informationen. Unsere Bürgerinitiative ist gemeinnützig und parteilich ungebunden und daher auf die Unterstützung der Medien bei der Forderung nach Offenlegung der Gutachten angewiesen. Wir bleiben bei unserem Vorwurf des Subventionsbetruges und weisen die Unterlassungserklärung der Stadtwerke durch unsere Rechtsanwälte zurück (Anlage).

Mit freundlichem Gruß

 

Burkhard Stieglitz (parteilos)

Anlage: