logo3.gif (24002 Byte) BURKHARD STIEGLITZ
Vorsitzender der Bürgerinitiative
"Rettet die Schwebebahn!" e.V.
Krautsberg 5
42275 Wuppertal
Tel. 0202- 550998 Fax 558494
Wuppertal, 13.09.1998

An
das Mitglied des Deutschen Bundestages
Dr. Wilfried Penner
Amalienstr. 18
42287 Wuppertal

Sehr geehrter Herr Dr. Penner!

Wir danken Ihnen für Ihre schnelle Antwort und die Weiterleitung unseres Briefes und der Unterlagen an Dr. Kremendahl und Dr. Zemlin. Die erneute Verhaftungswelle - diesmal gegen die Stadtspitzen - in dieser Woche kommt für uns nicht unerwartet. Zeugenaussagen von Arbeitern beteiligter Firmen, die Dr. Schulze u.a. belasten, liegen unser Bürgerinitiative seit November 1997 vor, sie wurden auch der Wuppertaler Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Leider wird dies nicht das Ende de Korruptionsaffäre sein und Schlimmeres steht der Stadt noch bevor. Ich hoffe daher auf Ihr Verständnis für meine Empörung über die Zustände hinsichtlich des Schwebebahnneubaus, der - was den Abriß des Gerüstes und der Bahnhöfe betrifft - völlig überflüssig ist. Bei Ihrem SPD-Stand am Langerfelder Schwimmbad kam ich zufällig vorbei. Es macht mir wirklich keinen Spaß mich mit dieser Sache so ausführlich beschäftigen zu müssen, aber ich fühle mich als Bürger meiner Heimatstadt - auch wenn ich keiner Partei angehöre und auch keiner beitreten werde - verpflichtet, denn nur wenige haben die Möglichkeit, sich mit eine solche Materie, die für die Stadt von erstrangiger Bedeutung ist so ausgiebig auseinander zu setzen.

Ich füge zu Ihrer weiteren Information ein Schreiben Ihres Fraktionskollegen, Rudolf Dreßler bei und unsere Anfrage daraufhin beim Landespetitionsausschuß von NRW. Bis heute haben die Stadtwerke keine Unterlassungsklage gegen unseren Vorwurf des Subventionsbetruges eingereicht. Verzeihen Sie uns, wenn wir unsere bescheidene Bitte an Sie nach der jüngsten Verhaftungswelle nochmals erneuern:

Bitte setzen Sie sich dafür ein, daß die Gutachten zur Schwebebahn uns zur Prüfung durch die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung in Berlin überlassen werden. Wer nach dieser weiteren Verhaftungswelle noch gutgläubig ist macht sich mit schuldig an unserer Stadt.

Gerade für vergesellschaftete Unternehmen wie die Stadtwerke gilt noch immer der Satz Lenins: "Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!" Was nutzt uns Europol, wenn den Hinweisen auf kommunaler Ebene nicht mit dem nötigen Ernst nachgegangen wird!

Wir informieren Sie deshalb so umfassend, weil wir wissen: Es kommt noch viel schlimmer, als es den meisten heute bewußt ist. Nicht nur die Stadt wird ruiniert durch das Schwebebahnprojekt.

Mit freundlichem Gruß

Burkhard Stieglitz