logo3.gif (24002 Byte) BURKHARD STIEGLITZ
Vorsitzender der Bürgerinitiative
"Rettet die Schwebebahn!" e.V.
Krautsberg 5
42275 Wuppertal
Tel. 0202- 550998 Fax 558494
Wuppertal, 22.05.1999

An das

ZDF-Landesstudio

Josef-Gockel-Str. 8

z.Hd. von Herrn Bohnsack

40474 Düsseldorf

Sehr geehrter Herr Bohnsack!

Besten Dank für Ihre telephonische Nachfrage vom 21. 5. 1999. Das Urteil des Landgerichtes erlaubt der Bürgerinitiative künftig von Subventionsbetrug hinsichtlich des Neubaus der Schwebebahn zu sprechen. Sie darf auch sagen, die Stadtwerke hätten die Öffentlichkeit belogen und betrogen. Ob die Stadtwerke dagegen Berufung einlegen werden, können wir zur Zeit noch nicht sagen.

Die Bürgerinitiative soll ihrerseits die Schwebebahn aber künftig nicht mehr Korruptionsbahn nennen dürfen. Wir könnten unsere Öffentlichkeitsarbeit auch mit dem Begriff Betrugsbahn fortsetzen, aber wir wollten in diesem Prozeß an die Gutachten ran und die haben die Stadtwerke weiterhin verweigert. Wir sehen nun nicht ein, daß uns irgend etwas untersagt wird, um die Öffentlichkeit zu alarmieren, denn wenn Subventionsbetrug die Schwebebahn zerstört ist das ganze Projekt nach unserer Auffassung auch korrupt. Der Nachweis der aktiven Bestechung und Vorteilsnahme erscheint uns dann aufgrund der Definition des Begriffes korrupt in Duden und anderen Lexika nicht mehr erforderlich. Es wurde seitens der Stadtwerke durch ihre Rechtsanwälte auch zugegeben, daß das Projekt in Luxemburg falsch ausgeschrieben wurde. Dies hatte eine drastische Beschränkung des Bieterkreises auf fünf deutsche Firmen zur Folge. Nicht ein einziger Vorwurf der 72seitigen Klageerwiderung unserer Bürgerinitiative wurde im Prozeß widerlegt. Bitte beachten Sie besonders den Betrugsvorwurf auf S.10.

Was unsere Bürgerinitiative betrifft, so werden wir den Teil des Urteils, der uns den Begriff der "Korruptionsbahn" untersagt vor dem Oberlandesgericht in Düsseldorf anfechten. Die Tatsache, daß die Stadtwerke sich lieber vorwerfen lassen, die Öffentlichkeit belogen und betrogen zu haben, als die Gutachten offenzulegen, bestätigt uns, daß der Totalabriß und Neubau der einzigartigen Schwebebahn völlig sinnlos ist. Ein Meisterwerk der Technikgeschichte der Menschheit (die Unesco zählt die historische Schwebebahn inoffiziell zum Welterbe der Menschheit) wird zerstört und durch ein Meisterwerk des politischen Betruges ersetzt. Für die Landesregierung zeichnet sich hier ein politisches Watergate ab. Die Sache hat sicher eine größere Dimension als das HDO, da die Schwebebahn zusammen mit dem Kölner und dem Aachener Dom zu den berühmtesten Bauwerken Nordrhein-Westfalens zählt. Bis heute wird aber fast nichts über die Kritik der Bürgerinitiative an diesem absurden Projekt in den großen Landesmedien berichtet. Wir würden uns freuen, wenn sich dies in den kommenden Wochen ändern würde.

Die Bürgerinitiative wird in der kommenden Woche mit einer Internetadresse zu erreichen sein. Darin werden sämtliche Dokumente der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Sie erhalten in der kommenden Woche die Adresse in einer Presseerklärung übermittelt.

 

Mit freundlichem Gruß

 

Burkhard Stieglitz

 

Beilegend unsere Klageerwiderung