logo3.gif (24002 Byte) BURKHARD STIEGLITZ
Vorsitzender der Bürgerinitiative
"Rettet die Schwebebahn!" e.V.
Krautsberg 5
42275 Wuppertal
Tel. 0202- 550998 Fax 558494
Wuppertal, 23.03.1998

An die
Wuppertaler Rundschau
z. Hd. von Herrn Walder
Otto-Hausmann-Ring
42113 Wuppertal

Betreff: Artikel "Schwebebahn war Sprengstoff" von Klaus-Günther Conrads am 18.3.1998

per Fax (716292) am 5.4.1998

und per Einschreiben am 6.4.1998

Sehr geehrter Herr Walder!

In meinem Schreiben an Sie vom 23. 3., das der Wuppertaler Rundschau per Einschreiben und per Fax (um 14.30 Uhr am 24.3.1998) zuging, bat ich um eine Gegendarstellung zum Artikel "Schwebebahn war Sprengstoff", der in der Wuppertaler Rundschau am 18.3.1998 veröffentlicht wurde. In diesem Artikel werden unwahre Behauptungen aufgestellt, die politisch auf das schwerste diskriminierend sind. Sie sind nicht nur rufschädigend, sondern stellen eine Gefahr für meine persönliche Sicherheit und die Unversehrtheit meines Eigentums (Haus, Auto etc.) dar. Da ich Vorsitzender der Bürgerinitiative "Rettet die Schwebebahn!" bin, wird auch das Ansehen des Vereins und seiner Mitglieder beeinträchtigt

Unser Rechtsanwalt hat uns darüber informiert, daß mir gemäß §11 des "Pressegesetzes für das Land Nordrhein-Westfalen" bezüglich der unwahren Behauptungen im Artikel von Herrn Conrads ein Recht zur Gegendarstellung zusteht. Die "Richtigstellung" vom 25.3.98 in der Wuppertaler Rundschau betrachte ich hinsichtlich des Inhalts, des Umfangs und der Position innerhalb der Zeitung - links unten in einer Ecke auf der linken Seite - in keiner Weise als ausreichend.

Da die heutige Gegendarstellung nach Beratung mit meinem Rechtsanwalt von derjenigen vom 23.3.98 inhaltlich etwas abweicht, ziehe ich die erste Gegendarstellung hiermit zurück und bitte um Veröffentlichung des nachfolgenden Textes in der nächsten Ausgabe der Wuppertaler Rundschau am 8.4.1998.

"Gegendarstellung zum Artikel ‘Schwebebahn war Sprengstoff’

  1. Ich war zu keiner Zeit Landtagskandidat der NPD
  2. Ich habe niemals in meinem Leben der NPD angehört und nicht an einer einzigen Versammlung dieser Partei teilgenommen.
  3. Dem nationalistischen Geist dieser Partei stehe ich vollkommen ablehnend gegenüber. Ich bin Weltföderalist und trete für die europäische Integration ein, was der Tatsache zu entnehmen ist, daß ich von 1967-1989 als Mitglied des europäischen Vorstands der Europäischen Föderalistischen Partei (EFP) - nicht zu verwechseln mit der Europäischen Arbeiterpartei (EAP) - für Völkerverständigung und eine europäische Föderation eingetreten bin.
  4. Eine "feindliche Übernahme des Bergischen Geschichtsvereins" ist von den Mitgliedern der Bürgerinitiative "Rettet die Schwebebahn!" e.V. zu keinem Zeitpunkt angestrebt worden. Es hat überhaupt bei den Vorstandswahlen überhaupt nur eine einzige Gegenkandidatur und zwar zum 2. Vorsitzenden des BGV gegeben. Es handelt sich also um einen ganz normalen demokratischen Vorgang.
  5. Die Resolution, die wir im Bergischen Geschichtsverein eingebrachten, hatte nicht den Stop der Bauarbeiten zum Inhalt, sondern forderte die Veröffentlichung sämtlicher Gutachten zum Schwebebahnneubau: die Gutachten zur Statik des angeblich maroden Gerüstes, zum Korrosionsschutz, die Verkehrsgutachten, wonach der 90-Sekunden-Takt nötig sei, die Geräuschgutachten, wonach das neue Gerüst leiser werde usw.

Gez. Burkhard Stieglitz

Vorsitzender der überparteilichen und gemeinnützigen Bürgerinitiative

"Rettet die Schwebebahn!"e.V.

Krautsberg 5

42275 Wuppertal"

Mit freundlichem Gruß

Burkhard Stieglitz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

antwortete er: Für Kostensteigerungen aufgrund des Denkmalschutzes gebe es keinen Zuschuß ... Bei einer Steigerung der zuwendungsfähigen Kostenerhöhung zu 90%." Daraufhin fragten wir den Stadtrat unter Frage 63:

Was ist alles unter "zuwendungsfähige Kosten" zu verstehen? (Angenommen, ein Kostenanschlag enthält keine Festpreise, es entstehen nun während der laufenden Arbeiten irgendwelche Kostruktionsschwierigkeiten, die den Bau des Gerüstes usw. verzögern und verteuern, gelten derartige Preissteigerungen im Rahmen des Projektes als zuweindungsfährige Kosten)?

Wir wollten schon damals auf das Komplott aufmerksam machen, das sich nunmehr abzeichnet: Die Firma Lavis hat angeblich Fehler gemacht bei der Kalkulation. Auf diese möglichen Fehler haben wir also schon vor einem Jahr hingewiesen. Also: Was geschieht, wenn diese GmbH Pleite geht? Das Projekt wird von einer anderen Firma zu Ende geflötet, nun aber zum wesentlich höheren Preis.

Angesichts der Monopolstellung, die WZ und Rundschau in Wuppertal einnehmen ist es eine schwere Vernachlässigung ihrer Journalistischen Pflicht nicht darauf hinzuweisen, daß bereits in den Jahren 1979-84 das Schwebebahngerüst für die neue Fahrzeuggeneration statisch verstärkt wurde und daß sich die Stadtwerke bis heute - sogar gegenüber dem Petitionsausschuß des Landtages weigern - die oben erwähnten Gutachten zu veröffentlichen. Vielmehr sind Sie auffällig bemüht unsere Bürgerinitiative und ihre berechtigten Forderungen in der Öffentlichkeit zu diskeditieren.

 

 

Zuletzt möchte ich doch noch eine Bemerkung zu Ihrer Schwebebahn-Berichterstattung machen. Sie sind von uns mit umfangreichem Informationsmaterial zur Unhaltbarkeit des Schwebebahnprojektes versorgt worden. Wir haben bereits am 24. März 1997 in einer Anfrage an den Stadtrat, die auch Ihrer Zeitung zuging, in Frage 134 darauf hingewiesen: Der Bau des Schwebebahngerüstes könnte möglicherweise als risikoreiches Unternehmen hingestellt werden mit zahlreichen Unwägbarkeiten, die schnell kostentreibend sein können. Wir weisen ausdrücklich auf folgende Unwägbarkeiten hin, die von Firmen für nachträgliche Preisaufschläge genutzt werden könnten: Auf weiten Strecken können keine Kräne am Wupperufer aufgestellt werden, alle Baumaschinen und Materialien müssen an diesen Streckenabschnitten über das Flußbett herangeführt werden; der Fluß führt bisweilen Hochwasser. Baumaschinen können nur an Zweieinhalb Tagen der Woche zum Einsatz kommen... Ist der Bau des Gerüstes gegen Preissteigerungen aus solchen angeblichen "Unwägbarkeiten" und "Schwierigkeiten" gesichert?". Wir haben damals ausdrücklich "Unwägbarkeiten" und "Schwierigkeiten" in Anführungsstriche gesetzt. Denn "Unwägbarkeiten" sind es in Wirklichkeit nicht. Alles ist genau im Voraus zu kalkulieren. Wie schrieben wir doch damals an den Rat und die Medien hier im Tal: "Auf meine Frage an Herrn Prof. Dr. Zemlin im Forum Arrenberg am 13. Februar d. J. (1997) ob denn Bund und Land auch bei einer Kostensteigerung während der Bauzeit stets die 90% der Kosten trage, antwortete er: Die Stadtwerke würden selbstverständlich im Rahmen der geplanten Kosten bleiben. Auf die erneute Nachfrage, falls dies nicht der Fall sei, wenn z. B. ein Billiganbieter pleite mache