logo3.gif (24002 Byte) BURKHARD STIEGLITZ
Vorsitzender der Bürgerinitiative
"Rettet die Schwebebahn!" e.V.
Krautsberg 5
42275 Wuppertal
Tel. 0202- 550998 Fax 558494
Wuppertal, 13.01.1998

An die
Bundesanstalt für Materialforschung und -Prüfung zu Händen von
Herrn Prof. Dr. Isecke
D-12200 Berlin

Betreff: Gutachten zur Schwebebahn

 

Sehr geehrter Herr Professor Isecke!

Beiliegend ein Schreiben von Herrn Prof. Dr. Czichos. Der Präsident Ihrer Bundesanstalt hat mich gebeten, mich im weiteren Verlauf der Angelegenheit mit Ihnen in Verbindung zu setzen. Mit separater Post gehen Ihnen sämtliche Unterlagen zum Problem "Schwebebahn" zu. Wir haben den starken Verdacht, daß die Wuppertaler Stadtwerke in den 90er Jahren, als der Neubau der Schebebahn diskutiert wurde, nicht nochmals ein wirklich wissenschaftliches Gutachten eingeholt haben. Umfangreiche Gutachten wurden Ende der 60er, Mitte der 70er Jahre von den Prof. Dr. Pelikan und Dr. Reinitzhuber erstellt. Es wurde damals eine komplette Brücke von 30 Metern Länge per Schiff nach MAN-Augsburg gebracht und dort Lastdehnungsmessungen unterworfen. Das Ergebnis war für die Schwebebahn absolut positiv. Zum 75jährigen Jubiläum der Schwebebahn im Jahre 1976 wurde vom damaligen Vorstandsvorsitzenden der WSW, Harald Graf, dem Gerüst der Bahn eine erneute Lebensdauer von 75 Jahren bestätigt. Nach einer Anschaffung größerer und schnellerer Schwebebahnwagen wurde das Gerüst der Bahn in den Jahren 1979-84 statisch verstärkt und sämtliche Bahnhöfe renoviert.

Wenn die Bahn nun neugebaut werden soll, müssen die WSW Gutachten für die Notwendigkeit eines solchen Schrittes vorlegen. Nur auf diese Weise kann das Projekt vor der Bürgerschaft gerechtfertigt werden.

Anläßlich eines Planfeststellungsverfahrens wurde uns mitgeteilt, daß sämtliche von uns zur Einsicht eingeforderten aber bislang verweigerten Gutachten (Prof. Pelikan, Prof. Reinitzhuber und die angeblich vorhandenen neuen Gutachten aus den 90er Jahren) beim Verkehrsministerium des Landes NRW vorliegen.

Die Stadtwerke, vertreten durch den Abteilungsleiter für die Schwebebahn, Herrn Günther Beyen, haben auf diversen Veranstaltungen immer wieder gesagt, daß sie die Gutachten nicht der Öffentlichkeit zugänglich machen wollten, um zu verhindern, daß damit "Mißbrauch" betrieben werde. Laien könnten diese Gutachten nicht verstehen und würden falsche Schlüsse ziehen. Um diese Befürchtungen zu zerstreuen, möchten wir auch diese Aufgabe der Gutachtenüberprüfung von der Bundesanstalt für Materialprüfung durchführen lassen.

Deshalb wenden wir uns mit drei Fragen an Sie, sehr geehrter Herr Professor Isecke, als Repräsentanten der BAM:

Für Ihre Arbeiten müßten Ihnen nicht nur die bisherigen Gutachten, sondern auch noch die regelmäßig seit Kaisers Zeiten geführten Brückenbücher zur Verfügung gestellt werden. Es wäre gut, wenn Sie dies auch in Ihrem Arbeitskonzept erwähnen würden.

 

Mit freundlichem Gruß

 

 

Burkhard Stieglitz