logo3.gif (24002 Byte) BURKHARD STIEGLITZ
Vorsitzender der Bürgerinitiative
"Rettet die Schwebebahn!" e.V.
Krautsberg 5
42275 Wuppertal
Tel. 0202- 550998 Fax 558494
Wuppertal, 06.11.1997

An den
Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen Herrn
Johannes Rau
Katernberger Str. 171
42115 Wuppertal

Persönlich übergeben!


Betreff: Gutachten zum Zustand des Schwebebahngerüstes

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Rau!

Seit März dieses Jahres hat unsere Bürgerinitiative alle für den Abriß und Neubau der Wuppertaler Schwebebahn Verantwortlichen darüber informiert, daß aufgrund der Gutachten der Wuppertaler Stadtwerke von 1976 die Bahn noch weitere 75 Jahre fahren könne. Dann sei ein neues Gutachten und ein neuer Korrosionsschutz erforderlich. In den 80er Jahren wurde die Schwebebahn statisch verstärkt und vollständig renoviert. Die Kosten diese Maßnahme betrugen ca. 70 Millionen DM. 1992 wurden die letzten Renovierungsarbeiten am Bahnhof Bruch beendet.

Wir haben uns zunächst bemüht, die Gutachten einzusehen, wonach das Gerüst unrettbar marode sei.

Daraufhin hat sich unsere Bürgerinitiative entschlossen selbst vereidigte Sachverständige mit einer Prüfung des Gerüstes zu beauftragen. Es handelt sich dabei um Fachleute aus dem In- und Ausland. Auf unsere Bitte, uns in der Zeit vom 21. - 24. November, wo die Bahn wegen der Bauarbeiten an der Station Kluse nicht fährt, mit Vertretern der WSW und den Sachverständigen auf der Schwebebahn-Tragkonstruktion den Stahl und die Lackschicht zu analysieren erhielten wir von den WSW und dem Bürgermeister eine lapidare Abfuhr:

Am 30. Oktober 1997 teilten uns die WSW mit, "daß wir Ihnen eine Erlaubnis zum Betreten der Schwebebahn-Tragkonstruktion nicht erteilen werden."

Das Land NRW subventioniert mit 450 Millionen DM den Abriß und Neubau der Schwebebahn. Im Dezember 1984 hieß es noch "Schwebebahn ist top-fit für das Jahr 2000". Wenn es nur 6 ½ Jahre danach heißt: "Wird Schwebebahn noch einmal gebaut?" so bleibt dies vor der Öffentlichkeit bis heute erklärungsbedürftig (vergl. beiliegende Zeitungsartikel).

Bislang hieß es, die WSW hätten wissenschaftliches Gutachten zum Zustand des gesamten Gerüstes. Das Verhalten der Stadtwerke und des Oberbürgermeisters läßt allerdings mittlerweile darauf schließen, daß die Bahn keineswegs marode ist und ihre Standfestigkeit entgegen dem in der Öffentlichkeit hervorgerufenen Eindruck nicht gefährdet ist. Es dürfte sicher auch im Interesse der Landesregierung und der Bürger dieses Bundeslandes sein, wissenschaftlich festzustellen, ob die Bahn tatsächlich neu gebaut werden muß oder renoviert werden kann. Letzteres würde nur 10-15% eines Neubaus kosten.

Wir appellieren an Sie, sehr geehrter Herr Ministerpräsident, sprechen Sie bitte mit der Autorität ihres Amtes und als erster Bürger dieser Stadt mit dem Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzenden der WSW Dr. Kremendahl und dem Vorstandsvorsitzenden der WSW Prof. Dr. Hermann Zemlin und veranlassen Sie bitte, daß unsere vereidigten Sachverständigen in der Zeit vom 21. - 24. November das Gerüst zwecks einer Kontrolle des Zustands der Tragkonstruktion begehen dürfen.

Angesichts der Tatsache, daß wir die Gelegenheit des Verkehrsstillstands auf dem Gerüst in der Zeit vom 21.-24. November nutzen und die Sachverständigen vorher noch in Kenntnis setzen müssen, bitten wir um Ihr Verständnis, daß wir Ihre Antwort bis zum 14. November 1997 erbitten möchten.

Mit vorzüglicher Hochachtung

 

 

Andrea Behrens Helga Raiser Achim Raiser Wolfgang Pohlmann

 

 

 

Burkhard Stieglitz Dr. Ute Schülke Hanna Fastenrath

Vorstand der Bürgerinitiative "Rettet die Schwebebahn!"

Anlagen: